30 Jahre / 30 anni DROGENPRÄVENTION
PREVENZIONE all'uso di DROGA

1987 - 2017
 
Sie befinden sich hier:    Home  |  Konrad Fissneider  |  Folgen der Sucht

Folgen meiner Sucht

Heute bin ich Invalide
Mein Körper musste viel aushalten: fast 40 Jahre Nikotin, extreme Alkoholexzesse, Medikamente und  Drogen aller Art sowie Rauschgift-Mix-Cocktails.

Der Körper rächte sich. Meine Haare wurden dünner und fielen aus, meine Zähne wurden faul und fielen ebenfalls nacheinander aus. In der schlimmsten Zeit hatte ich monatelang keine sexuellen Bedürfnisse.

Ich bekam große Probleme mit der Leber, deren Werte sehr erhöht waren. Die Ärzte warnten mich, dass das Organ das nicht lange mitmachen würde. Außerdem leide ich seitdem an einer chronischen Hepatitis C, einer Leberentzündung mit dauerhafter Schädigung des Organs.

Psychische Probleme und Depressionen begleitet mit Suizidgedanken und einigen Selbstmordversuchen kamen dazu – sie waren sowohl Auslöser als auch Folge meines Suchtproblems – ein Teufelskreis. Über zehn Jahre habe ich immer wieder versucht, mir mit Alkohol und Tabletten das Leben zu nehmen. Es ist mir aber nie geglückt: ich wurde immer rechtzeitig gefunden und ins Krankenhaus gebracht. Außerdem wollte ich einige Male von der Brücke springen: im letzten Moment hat mich immer der Mut verlassen. Der Gedanke, von einem Zug überrollt und zerstückelt zu werden, kam mir auch einige Male. Einmal habe ich mir sogar im Bett mit einer Rasierklinge die Pulsader aufgeschnitten. Als ich das Blut sah, wurde mir bewusst, was ich getan hatte und holte Hilfe.

folgen-der-suchtMit 27 Jahren erkrankten meine Beine. Nach einer Bergtour bekam ich Schmerzen, die nicht enden wollten. Mein Zustand verschlechterte sich von Monat zu Monat. Ich musste mit Krücken gehen, hatte Schmerzen beim Stehen, Gehen, Sitzen und Liegen. Mein rechtes Bein hat sich teilweise deformiert. Ich hatte ein Hüftproblem, wurde zuerst an der rechten und dann an der linken Hüfte operiert. Da dies keine Besserung brachte, bekam ich in so jungen Jahren schon Hüftgelenksprothesen. Für die Hüftprobleme gibt es keine medizinische Erklärung: mit großer Wahrscheinlichkeit haben die Drogen dazu geführt. 2008 hat sich der Zustand meiner Beine verschlechtert. Außerdem stellten Ärzte im April 2009 eine Abwärtsentwicklung des Knochengewebes fest. Seitdem habe ich immer wieder Schmerzen und muss mit Krücken laufen. Weitere operative Eingriffe stehen in den kommenden Jahren bevor. Es kann sein, dass ich irgendwann auf einen Rollstuhl angewiesen bin. Am meisten schmerzt mich, dass ich aufgrund dieser Behinderung nie mit meinen Kindern Fußball spielen oder herumtollen konnte.

folgen-roentgenDurch die Sucht habe ich mir nicht nur die Leber und die Hüften geschädigt, sondern es sind Jahre danach noch andere Krankheiten aufgetreten. 1997 haben sich meine Leberwerte zusehends verschlechtert, und ich musste mich im September 1997 einer Gallensteinoperation unterziehen. Nach einem Monat trat dann zum ersten Mal eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auf, die sich im nächsten halben Jahr serienweise wiederholte. Ich hatte wahnsinnige Schmerzen, magerte auf 54 Kilo ab und glaubte in manchen Momenten, dass jetzt wohl mein Leben zu Ende sei. Ich lag in den darauffolgenden Monaten öfters im Krankenhaus und konnte fast ein Jahr lang nicht mehr richtig arbeiten. Erst durch spezielle Untersuchungen ist es den Ärzten gelungen, die Ursachen der Bauchspeicheldrüsenentzündung herauszufinden, und sie haben mich durch mehrere Operationen wieder hergestellt. Außerdem bekam ich eine Hautkrankheit, die wahrscheinlich auf den Drogenkonsum zurückzuführen ist.

Heute bin ich Invalide.

Seid Euch bewusst: alle Suchtmittel – ganz egal ob Zigaretten, Alkohol, Medikamente oder Drogen – schaden Eurem Körper!